Umweltfreundlich bauen

Baustoffe effizient und nachhaltig recyceln

Thomas Weber, Gesellschafter und Geschäftsführer von Büttel, mit Zeppelin-Gebietsverkaufsleiter David Decker.Foto: Caterpillar/Zeppelin

Worms (ABZ). – Im Maschinenpark des Unternehmens Büttel sind Baumaschinen mit Aufgaben in der Verladung und der Aufbereitung, mit Renaturierung, dem Aushub und mit Abbrucharbeiten betraut.

Rund 2000 Sand- und Kiesgruben hierzulande produzieren jährlich rund 240 Millionen Tonnen Sand und Kies. Doch der Bauboom und die steigende Nachfrage fordern ihren Tribut. Neue Abbauflächen genehmigt zu bekommen, ist schwierig. Viele Vorkommen befinden sich in Naturschutzgebieten, sodass sie für die Sandproduktion nicht infrage kommen. Landwirte sind aufgrund der steigenden Bodenpreise oft nicht bereit, ihre Äcker zur Sand- und Kiesförderung zu verkaufen. Unter diesen Umständen betreibt der mittelständische Familienbetrieb Büttel mit 40 Mitarbeitern den Rohstoffabbau und das Baustoffrecycling vom Firmensitz Worms aus. Das Unternehmen hat seinen Ursprung in der Landwirtschaft.

1949 begann der Firmengründer Heinrich Adam Büttel als Landwirt, auf den Feldern seines Bauernhofes Kies und Sand zu gewinnen. An der Landwirtschaft hält die Firma noch heute fest. Daraus leitet sich auch das Firmenmotto "Bauen im Einklang mit Natur und Umwelt" ab.

Erst werden die landwirtschaftlichen Flächen von Büttel mit dem Anbau von Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben bewirtschaftet. Dann werden sie für den Kies- und Sandabbau im Nass-Abbau genutzt. Kies und Sand werden aufbereitet, gereinigt, sortiert, güteüberwacht und an Asphalt- und Betonwerke geliefert. Als Baustoffe landen diese wieder bei Büttel, wenn das Unternehmen beispielsweise Abbrucharbeiten von Gebäuden vornimmt und im Zuge dessen auch den Aushub von Baugruben verantwortet.

Alleine im Bundesland Rheinland-Pfalz fallen pro Jahr rund 10 Millionen t mineralische Bauabfälle an. Auch Büttel entsorgt und verwertet das anfallende Material, das in das Recyclingwerk Worms gebracht wird. Wurden die Sand- und Kiesvorkommen vollständig ausgebeutet, widmet sich der Betrieb den Rekultivierungs- und Renaturierungsarbeiten, sodass die Flächen sich wieder in Flora und Fauna integrieren. Das sei nachhaltige Kreislaufwirtschaft, so das Unternehmen.

"Wir sprechen viel von Nachhaltigkeit. Bei uns hat sie aber auch noch eine andere Bedeutung: Unser Betrieb besteht mit meiner Schwester Beate und mir in der dritten Generation", sagt Thomas Weber, Gesellschafter und Geschäftsführer von Büttel. "Die vierte Generation, mit meiner Tochter und meinem Sohn, ist gerade im Aufbau." Weber hat die nächste Generation im Blick, wenn er an das Recycling denkt. "Es ist wichtig, dass man heute Recyclingbaustoffe einsetzt, wo man es darf. Wir müssen dringend die natürlichen Ressourcen schonen. Unsere Deponien sind voll. Die Entsorgungskosten explodieren. Die öffentliche Hand hat eine Vorbildfunktion, bei der Ausschreibung auf den Einsatz von Recyclingmaterial zu achten", betont er. Doch stattdessen würden Bedenken überweigen. "Das hat damit zu tun, dass in der Vergangenheit viel Schindluder in diesem Sektor getrieben wurde, als keine Fremdstoffe separiert und die Materialien nicht hochwertig aufbereitet wurden. Das Image von Recyclingbaustoffen hat daher sehr gelitten", so Weber.

Um davon zu überzeugen, dass bei ihm das Material so hochwertig wie möglich produziert wird und höchstens 0,2 % Fremdstoffe enthält, setzt Weber bei möglichen zukünftigen Kunden an. Jedes Jahr lädt er Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences ins Recyclingwerk ein, damit sie sich über modernes Baustoffrecycling informieren können. Er will ihnen vermitteln, wie hochwertiges Baustoffrecycling funktioniert, wo man RC-Material einsetzen kann und wo die Grenzen liegen. 2019 initiierte Weber eine Marketingaktion. Jeder Abnehmer konnte von ihm kostenlos überwachtes Recyclingmaterial RC-C 0–8 mm beziehen. Dieses eignet sich seinen Angaben zufolge als Auffüllmaterial, Dammschüttmaterial und auch, um Bauwerke zu hinterfüllen.

"Recyclinganlagen sind mittlerweile ein Ersatz für Deponien geworden. Erdaushub oder Bauschutt, den man nicht los wird, sollen Recyclingbetriebe annehmen", so Weber. "Wir brauchen aber vernünftiges Trägermaterial wie guten Beton- und Asphaltbruch, damit wir gute Recyclingbaustoffe herstellen können."

In die Aufbereitung fließen die Unternehmenserfahrungen aus der Kies- und Sandproduktion ein. So ist Ende der 90er Jahre eine Aufbereitungsanlage entstanden, die fortlaufend verfeinert und angepasst wurde. "Das macht einen großen Unterschied. Wir kommen von der Produktionsseite her und wollen ein Produkt herstellen. Abbruchunternehmen, die ins Recyclinggeschäft einsteigen, haben oft eine andere Herangehensweise: Sie wollen das Material meistens nur 'loswerden'", erläutert Weber weiter. Zwischen den verschiedenen Standbeinen gebe es viele Synergien. Diese möchte sich der Unternehmer zunutze machen, um Zement, Mörtel, Estrich, Splitt, Bruchsteine, Mutterboden, Findlinge, Gartenkies, Rindenmulch und weitere Schüttgüter für Haus und Garten liefern zu können.

Das gilt auch für den Einsatz von Baumaschinen. Herrscht ein Engpass im Abbruch, rückt eine Erdbewegungsmaschine aus dem Kies- oder Recyclingwerk zum Aushelfen an. Als Thomas Weber 2016 seinen Maschinenpark umstellte, schwenkte er nach und nach auf Cat-Technik um. "Zeppelin ist der Maßstab im Baumaschinen-Service. Es gibt kurze Wege zur Niederlassung Frankenthal. Das Gesamtpaket, bestehend aus Vertrieb und Service, ist hier am Besten. Selbst Fremdfabrikate werden schon von Servicemitarbeitern aus Frankenthal runderneuert", so Weber. Seitdem ist eine neue Generation verschiedener Baumaschinen mit Aufgaben in der Verladung und in der Aufbereitung sowie mit Renaturierung, dem Aushub und mit Abbrucharbeiten betraut. Hierzu gehören bereits ein Cat-Radlader des Typs 966M XE, ein 950GC, ein Cat-Kettenbagger 323 und ein Cat-Minibagger 301.8. In Kürze werden noch ein Cat-Mobilbagger M318F und ein weiterer Cat-Radlader 966M XE hinzukommen, heißt es.

"Bevor wir neue Geräte anschaffen, lasse ich sie von den Mitarbeitern testen. Es bringt nichts, Maschinen gegen den Willen der Belegschaft durchzusetzen. Nur manchmal gibt es eine Ausnahme, wenn ich von etwas wirklich überzeugt bin", sagt Weber. Die Joystick-Lenkung, wie sie der Cat 966M XE bekommen hat, ist so ein Beispiel. Zuerst sei Weber skeptisch gewesen, dann begeistert. Zwei verschiedene Radlader-Produktlinien hat der Firmenchef aufgrund der verschiedenen Einsatzanforderungen in den Maschinenpark aufgenommen: Der 950GC ist für einfachere bis mittelschwere Anwendungen konzipiert worden. Das Unternehmen setzt ihn ein, um die RC-Anlagen zu beschicken. Der Cat 966M XE sei ein Hightech-Gerät, so der Hersteller. Das liege zu einem großen Teil am leistungsverzweigten, stufenlosen Getriebe. Er gilt als leistungsstarkes Schlüsselgerät, dass sich sehr gut für die Hauptverladung eignet. Der Aufpreis rechne sich durch die Spritersparnis. "Was mir David Decker von der Zeppelin-Niederlassung Frankenthal zugesagt hat, hat sich bewahrheitet. Der Radlader verbraucht im Schnitt drei Liter Diesel pro Stunde weniger", erklärt Weber.

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