Elektrisierende Neuheiten

JCB erweitert sein Elektro-Maschinen-Angebot

Zu den aktuellen Elektro-Neuheiten bei JCB gehört unter anderem eine geschlossene Version des Elektro-Minibaggers 19 C1-E und der neue Elektro-Dumper 1TE.Fotos: JCB

Rocester/Großbritannien (rb). – Im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz hat JCB einige Neuheiten in seinem Maschinenprogramm für die Bau- und Landwirtschaft präsentiert. Mit "großen" Ankündigungen hielt sich der britische Hersteller (noch) zurück. Gezeigt wurden vor allem kompakte Neuheiten aus dem wachsenden Angebot elektrisch betriebener Maschinen bei JCB.

Groß angelegte Neuvorstellungen im Bereich Baumaschinen sind derzeit rar gesät. Die sonst jährlich stattfindenden internationalen Pressekonferenzen der größeren Hersteller sind seit Beginn der Pandemie unmöglich. Auch um den britischen Baumaschinenhersteller JCB war es in den vergangenen Monaten vergleichsweise ruhig geworden.

Per Livestream "traten" Innovations-Chef Tim Burnhope und seine Kollegen aus der Produktentwicklung bei JCB nun jedoch wieder vor die internationale Fachpresse, um einige Neuheiten im Produktprogramm des Herstellers zu präsentieren.

Die ganz "großen" Ankündigungen, etwa zum kürzlich vorgestellten Piloten des weltweit ersten Baggers mit Wasserstoffantrieb, den das Unternehmen derzeit einem umfangreichen Praxistest unterzieht, blieben vorerst noch aus. Zu diesem und weiteren Themen soll es zeitnah weitere digitale Presseevents geben. Im Fokus der aktuellen Präsentation stand hingegen das Elektro-Maschinen-Programm von JCB. Nach der Markteinführung der elektromobilen Arbeitsbühnen von JCB vor zwei Jahren und des ersten elektrisch betriebenen Minibaggers von JCB im Jahr 2019 soll dieses nun deutlich erweitert werden.

Elektro-Minibagger

Den Anfang machte auch gleich der 2019 vorgestellte Elektro-Minibagger 19 C1-E. Um die Maschine für den Ganzjahreseinsatz fit zu machen, hat JCB diese nun mit einer vollverglasten, beheizbaren Kabine ausgestattet. Nach eigener Aussage gibt es diesen Standard im Bereich der elektrischen Minibagger bislang nur bei JCB. Ziel sei es, die Attraktivität der Maschine in Ländern mit einem kälteren, feuchteren Klima zu erhöhen. Die Maschine werde die gleiche geräumige Kabine wie die konventionellen Eins- bis Zwei-Tonnen-Modelle von JCB verwenden und mit einer elektrischen Heizung ausgestattet sein, die für eine sofortige Erwärmung der Scheiben und eine angehnehme Arbeitsumgebung für den Fahrer sorgen soll.

Laut JCB greife die Heizung nur auf einen kleinen Teil des Batteriepacks zu. Das Einschalten der Heizung habe dabei keine Auswirkungen auf die Grab- oder Fahrleistung der Maschine. Auch in dieser Ausstattungsvariante mache es die großzügige Batteriekapazität möglich, eine ganze Tagesschicht mit einer Batterieladung zu arbeiten. Die Rops/Fops-Kabine hat eine große verglaste Fläche und ist mit leicht austauschbarem laminiertem Flachglas ausgestattet. Sie verfügt über eine im Verhältnis 70/30 geteilte Frontscheibe mit klarer Fuge, die eine ungehinderte Sicht auf den Grabbereich ermöglicht. Die Rundumsicht in der Maschine sei dabei gegeben, ohne dass Spiegel erforderlich seien, um die EU-Sicherheitsnormen zu erfüllen. In der Kabine werden dieselben LED-Arbeitsscheinwerfer und Scheibenwischer wie bei den Dieselmodellen verwendet, was bei Bedarf das Arbeiten bei schlechter Sicht oder stundenlanger Dunkelheit erleichtere.

E-Dumper

Ganz neu im Programm ist der Elektro-Dumper 1TE. Mit diesem Hochkipp-Modell bringt JCB seinen allerersten elektrischen Ein-Tonnen-Rad-Dumper mit Lithium-Ionen-Batterie auf den Markt. Er wurde für den Einsatz in Innengebäuden, unter Tage und in emissionsempfindlichen Bereichen konzipiert und stellt laut JCB eine ideale Ergänzung für den 19C-1E dar.

Der Baustellen-Dumper 1TE ist mit einer Mulde aus Ganzstahl und einem knickgelenkten Fahrwerk ausgestattet. Um einen permanenten Allradantrieb zu ermöglichen, sind die einzelnen Radmotoren des hydrostatischen 1T-2 durch konventionelle Antriebsachsen mit Vorschaltgetriebe ersetzt worden. Ein Sieben-Kilowatt-Hydraulikmotor sorgt für den Fahrantrieb, während eine zweite Hydraulikpumpe den Standard-Hydraulikkreislauf für Lenkung und Kippmulde antreibt. Die Energie wird von zwei Fünf-Kilowattstunden-Lithium-Ionen-Batterien geliefert, die laut JCB bei normalem Einsatz einen Vollschichtbetrieb ermöglichen sollen. Die Batterien können über das herkömmliche Stromnetz vor Ort geladen werden. Kabel für 110 und 230 Volt stehen zur Verfügung. Produktivität und Leistung sind nach Herstellerangaben identisch mit dem herkömmlichen Dieselmodell, sowohl bei der Fahrgeschwindigkeit als auch bei den Kippzykluszeiten. Der neue Dumper bietet eine maximale Nutzlast von 1000 Kilogramm und eine maximale Überladehöhe von 2392 Millimetern.

E-Dumpster

Ein Nummer kleiner ist die neue E-Variante des HTD-5. Damit bringt JCB nun eine elektrische Version seines beliebten "Dumpsters". Durch den elektrischen Antrieb eignet sich die Mini-Mulde mit Raupenfahrwerk für den Einsatz in der Stadt und in Innenräumen, wo geringe Lärmbelästigung und null Abgasemissionen gefordert sind.

Außerdem ist der Dumpster mit einer neuen, optionalen SmartStep-Trittstufe für mehr Vielseitigkeit, Sicherheit und Bedienerkomfort ausgestattet. Dieses Feature isoliert die Stromzufuhr zum Fahrantrieb, wenn der Bediener die Trittstufe während der Fahrt verlässt – die Stromzufuhr für Muldenkipper und Hydraulik bleibt bestehen. Wenn die SmartStep-Trittstufe hochgeklappt ist, ist die gesamte Hydraulik aktiviert und der Fahrer kann wie gewohnt hinter der kleinen Mulde hergehen.

Der E-Dumpster wird von einem 48-Volt-Lithium-Ionen-Akkupack gespeist, das über eine standardmäßige 240-Volt- oder 110-Volt-Stromversorgung aufgeladen wird. Die maximale Ladezeit beträgt laut JCB nur zwei Stunden, so dass die Batterie geladen werden kann, wenn sie während des Arbeitstages oder über Nacht nicht benutzt wird. Der E-Dumpster wurde für Bau- und Mietfirmen entwickelt und bietet ein emissionsfreies Arbeiten in Innenräumen, im Tunnelbau und auf städtischen Baustellen, die einen emissionsfreien Antrieb erfordern.

Elektrischer Teleskoplader

Auch das Teleskoplader-Segment von JCB bekommt elektrisch betriebene Verstärkung. Mit dem 525-60E bringt der Hersteller eine vollelektrische Version des beliebten "Loadall"-Teleskopladers auf den Markt. Laut JCB verfügt dieser über die gleiche Leistung wie die herkömmliche dieselbetriebene Maschine und soll Kunden in der Bau- und Landwirtschaft sowie in der Industrie eine emissionsfreie Lösung für den Materialumschlag bieten.

Die Außenabmessungen sind gegenüber dem Dieselmodell ebenfalls unverändert. Der 525-60E bietet laut JCB den gleichen Außenwenderadius von 3,7 Metern sowie eine maximale Hubkapazität von 2500 Kilogramm mit einer Maximallast von 2000 Kilogramm auf der vollen Hubhöhe von 6 Metern. Der 525-60E verwendet zwei separate Elektromotoren, einen für den Antrieb und den zweiten für das Hydrauliksystem. Der 17 Kilowatt starke Fahrmotor treibt über ein permanentes Allrad-Getriebe die bekannten JCB Antriebs-/Lenkachsen an. Der 22 Kilowatt-Motor für das Hydrauliksystem treibt eine Zahnradpumpe, die einen Hydraulikstrom von maximal 80 Liter pro Minute liefert. Der Durchfluss ist elektro-proportional zur Position des Joysticks und das Hubende wird durch einen elektrohydraulischen Ventilblock gesteuert – mit hydraulischer Regeneration beim Absenken und Einfahren des Auslegers. Die Elektromotoren haben laut JCB einen Wirkungsgrad von 85 Prozent, was im Vergleich zu den 45 Prozent Effizienz eines Dieselmotors deutlich besser sei. Die Maschine ist mit einer 96-Volt-Lithium-Ionen-Batterie ausgestattet und sei damit in der Lage, einen Vollschichtbetrieb zu gewährleisten. Der Motor für den Fahrantrieb nutzt regeneratives Bremsen anstelle eines herkömmlichen Bremssystems und lädt mit der zurückgewonnenen Energie Batterie auf. Ebenso regeneriert das Hydrauliksystem beim Absenken des Auslegers, wodurch der Leistungsbedarf reduziert und die Betriebsstunden verlängert werden.

Neue Lademöglichkeiten

Auch um das Aufladen der verschiedenen Elektro-Maschinen hat sich JCB Gedanken gemacht. So präsentierte der Hersteller in seiner Pressekonferenz auch ein neues universelles Schnelladegerät sowie neue Akku-Stromaggregate, sogenannte "Power Packs" für das Laden an Orten ohne eigene Stromversorgung.

Das neue Universal-Schnellladegerät ist laut JCB mit aktuellen und zukünftigen E-Tech-Elektromodellen von 48 bis 96 Volt und darüber hinaus kompatibel. Alle JCB-E-Tech-Maschinen sind serienmäßig ab Werk mit einem Standard-Ladegerät und einer vorbereiteten Schnellladesteckdose ausgestattet. So kann der Kunde das externe JCB-Universal-Ladegerät einfach anschließen, um die Batterie in kurzer Zeit aufzuladen. Das Ladegerät ist über JCB-Händler und JCB Parts erhältlich und kann leicht von Ort zu Ort transportiert und entsprechend am Einsatzort platziert werden. Das Gerät ist nach Angaben von JCB in der Lage, den Elektro-Minibagger 19C-1E in nur 2,5 Stunden von Null auf voll aufzuladen. Das Ladegerät benötigt eine 400-Volt-Dreiphasen-Standard-Stromversorgung. Es wird sowohl mit vier- als auch mit fünfpoligem Stecker geliefert, um die Stromversorgung vor Ort in ganz Europa zu gewährleisten.

Um das Laden auch an Orten zu ermöglichen, an denen es keine eigene Stromversorgung gibt, hat JCB zusätzlich sogenannte "Power Packs" entwickelt. Diese Akku-Stromaggregate werden mit einer Auswahl von vier oder acht wartungsfreien Lithium-Ionen-Akkus erhältlich sein.

Das JCB Power Pack ist in einem robusten Stahlgehäuse untergebracht und kann über das Stromnetz oder einen Generator vor Ort aufgeladen werden. Es kann dann in emissionssensiblen Bereichen positioniert werden, um eine emissionsfreie Möglichkeit zum Laden von Maschinen zu schaffen.

Mit kompakten Abmessungen von 1 Kubikmeter wird das JCB-Ladeaggregat mit Gabeltaschen auf jeder Seite des Stahlgehäuses geliefert, um die Manövrierbarkeit vor Ort recht einfach zu ermöglichen. Die Aggregate können auf Paletten montiert oder gestapelt werden, um bei beengten Platzverhältnissen eine kleine Stellfläche zu erhalten

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