Caterpillar stellt neue Mobil- und kompakte Kettenbagger vor

Neue Generation verspricht Effiziensteigerung

Der kompakte Kettenbagger 315 verfügt in der Performance-Version über einen neuen Antriebsstrang, neue Technologie und einfachere Wartungsprozesse, die für mehr Leistung, Effizienz und Produktivität sorgen.Fotos: Caterpillar

Malaga/Spanien. – Mit aufwändigen Shows und besonderem Programm konnte in diesem Jahr kaum ein Baumaschinenhersteller seine Neuheiten präsentieren – zumindest nicht auf altbekannte Weise. Dass dies auch nicht immer nötig ist, um in der Branche für Interesse und Begeisterung zu sorgen, stellte Caterpillar nun unter Beweis. Das Unternehmen präsentierte seine neue Generation von Mobil- und kompakten Kettenbaggern per Live-Schaltung direkt aus dem Caterpillar Demonstration and Learning Center in Malaga.

Zur Begrüßung meldete sich Jason Conklin, Vice President Global Construction & Infrastructure bei Caterpillar live aus der Schweiz zu Wort. "Ich bin sehr stolz darauf, wie kreativ wir in diesen herausfordernden Zeiten zusammengearbeitet haben", fasste er angesichts der aktuellen Situation zusammen, schenkte der Pandemie aber keine Sekunde länger Aufmerksamkeit, sondern konzentrierte sich auf die neuen Maschinen. Diese seien in engem Austausch mit den Kunden entstanden. "Wir hören unseren Kunden gut zu, um zu erkennen, was benötigt wird. Darauf aufbauend steigen wir in den Entwicklungsprozess ein", so Conklin. Insgesamt habe Caterpillar im Jahr 2019 rund 1,7 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung investiert. Unter anderem in die Maschinen, die an diesem Nachmittag vorgestellt wurden.

Für die Details übergab Conklin das Wort an Dr. Stefan Ortloff, Geschäftsführer der EDC European Excavator Design Center GmbH. Kurzerhand aus Deutschland zugeschaltet, informierte er die Zuschauer über die Endziele, die Caterpillar bei der Entwicklung der neuen Generation von Mobil- und kompakten Kettenbaggern verfolgt hat. Im Zentrum hätten für Caterpillar dabei zum einen die Baumaschinenführer, die täglich mehrere Stunden mit und in der Maschine arbeiten gestanden. Für sie sollte der Arbeitsplatz noch komfortabler und sicherer gestaltet werden. Auf der anderen Seite habe Caterpillar aber auch die Interessen der Baumaschinenbesitzer berücksichtigt. Für die Unternehmer wollte man die Betriebs-, Unterhalts- und Kraftstoffkosten minimieren und die Wartungsintervalle verlängern, sprich: die Effizienz und Produktivität der Maschinen verbessern. Beide Interessen – sowohl ein Plus an Sicherheit und Komfort sowie Kostensenkungen – habe Caterpillar realisieren können, so Ortloff. Das Ergebnis sind die Mobilbagger M314, M316 und M318 sowie die kompakten Kettenbagger 313 (GC), 315 (GC) und 317 (GC). Und diese wurden den Zuschauern aus Malaga in Aktion gezeigt.

Zwar bestand aufgrund des Formats natürlich dieses Mal für die Baumaschinenführer und Unternehmer nicht die Gelegenheit, die Maschinen selbst in Augenschein zu nehmen und direkt im Einsatz zu testen, aber Caterpillar gab sein Bestes, dem Zuschauer am Bildschirm zuhause so gut wie möglich ein Gefühl von den Maschinen zu vermitteln. Eine entscheidende Hilfe bot dabei der Einsatz von Siegbert Jeschke, Einsatztechniker im Demo-Center von Caterpillar in Malaga. Mit Kamerateam im Schlepptau nahm er die Zuschauer nicht nur mit in die Maschinen, sondern nahm die Bagger auch gemeinsam mit den Gästen vor den Computern "unter die Lupe", wurde sozusagen zu "ihren Augen und Ohren".

Während Marc Patalong, Produktmanager Mobilbagger bei Caterpillar per Live-Schalte im Detail über die Maschinendaten informierte, begab sich Jeschke auf Rundgang um die Maschinen, ließ die Zuschauer einen Eindruck von den Maschinen gewinnen. Stellvertretend für alle neuen Mobilbagger der neuen Generation wurde der Mobilbagger M314 präsentiert.

Die Maschine wird durch einen verbrauchsarmen Cat-Motor C4.4 angetrieben, der die strengen Emissionsnormen der Stufe V erfüllt. Der Bagger biete eine hohe Leistung und eine um 5 Prozent verbesserte Verbrauchsleistung. Ein größerer Kraftstofftank am M314 ermögliche zudem längere Arbeitszeiten zwischen Tankstopps, so Patalong. Im Vergleich zur Baureihe F versprechen die neuen Modelle M314 und M318 15 Prozent mehr Schwenkmoment, so Caterpillar. Zudem könne die Maschine mit einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 34 Kilometer pro Stunde schnell und effizient zwischen Einsatzorten wechseln. Sowohl der M314 als auch der M318 sind standardmäßig mit einer neuen, größeren Fahrerkabine der nächsten Generation ausgestattet, die ein besseres Ein- und Aussteigen ermöglicht und außerdem für mehr Komfort und Produktivität sorgt. Eine flache Motorhaube, große Front-, Heck- und Seitenfenster sowie kleine Kabinensäulen bieten eine bessere Sicht in den Graben und um die Maschine und verbessern somit die Sicherheit während des Betriebs. Serienmäßige Rückfahr- und Seitenkameras verbessern die Sicht zusätzlich. Modernste Visko-Lager verringern Schwingungen der Fahrerkabine und somit Ermüdung. Gleichzeitig tragen die leicht erreichbaren Bedienelemente zur Erhöhung des Arbeitskomforts bei. "Wir haben in der Kabine ein deutlich aufgeräumteres Design", resümierte Jeschke. "Außerdem hat der Fahrer noch mehr Möglichkeiten, den Sitz passend auf seine Bedürfnisse einzustellen. Das alles trägt zu einem Plus an Komfort bei." Neben einer besseren Sicht aufgrund größerer Fenster und eines 30 Zentimeter nach hinten versetzten Oberwagens, böten außerdem die vier verbauten Kameras eine gute Rundumsicht und sorgen für noch mehr Sicherheit.

Neben dem M314 stellte Jeschke noch den kompakten Kettenbagger 315 in der Performance-Version vor. Bei dem gezeigten 15-Tonner handelte es sich um eine Kurzheckmaschine mit Verstellausleger und Schwenklöffel. Über die Details des kleinen Kettenbaggers informierte Aliza Williams, Produktmanagerin kleine Kettenbagger bei Caterpillar, die kurzerhand aus München zugeschaltet wurde.

Da es den 315 auch als GC-Version gibt, ging sie zunächst auf die Unterschiede der beiden Familien ein. Die größte Differenz der Modelle (egal ob es sich um 313 (GC), 315 (GC) oder 317 (GC) handelt) besteht ihr zufolge in der Art, wie die Maschinen eingesetzt werden. "Bei den GC-Modellen sind die Anschaffungs- und Betriebskosten geringer. Dennoch haben die Bagger dieselbe Leistung wie die der F-Serie – allerdings zu einem niedrigeren Preis", erklärte Williams. Die GC-Modelle seien grundsätzlich eher als "Support-Maschinen" gedacht. Soll heißen, sie laufen nicht so viel wie Performance-Modelle und vor allem nicht rund um die Uhr. Sie seien eher für Spezialaufgaben gedacht und sind Basismodelle. Maschinen aus der Performance-Reihe hingegen kämen ab Werk mit allen Assistenzsystemen wie E-Fence, Grade Control und Payload und sind darauf optimiert produktiv und effizient lange zu arbeiten. "Im Grunde kann man die Varianten mit einem Auto vergleichen", meinte Jeschke. "Wenn ich das Auto nur dafür benötige jeden Tag zwei, bis drei Kilometer bis zur Arbeit zu fahren, dann reicht auch ein einfaches und kostengünstiges Modell. Bin ich mit dem Auto aber viel unterwegs und lege viele Kilometer zurück, dann macht es Sinn eventuell ein GPS-System einzubauen, etc."

Der 315 in der präsentierten Performance-Version verfügt über einen neuen Antriebsstrang, neue Technologie und einfachere Wartungsprozesse, die für mehr Leistung, Effizienz und Produktivität sorgen. Ausgestattet mit einer geräumigen neuen Fahrerkabine bietet der neue Bagger eine komfortablere Arbeitsumgebung als die von ihm ersetzten Modelle 315F L und 314F L (Japan). Die Kompaktbauweise stellt sicher, dass der Fahrer auch auf Baustellen mit wenig Platz ohne Probleme graben, schwenken und auskippen kann. Dieser neue kleine Bagger ist mit einer Fülle an Standardtechnologien ausgestattet, die die Produktivität um bis zu 45 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Planierarbeiten steigern könne, so Caterpillar. Dies mache ihn zum bislang produktivsten Cat-Bagger in der Größenklasse von 15 Tonnen.

Das fortschrittliche Hydrauliksystem des 315 sorgt laut Caterpillar für eine optimale Balance zwischen Leistung und Effizienz und steigere so die Produktivität im Vergleich zum 315F L um bis zu 8 Prozent. Mit dem neuen elektronischen Hydraulikventil würden nennenswerte Effizienzsteigerungen erzielt und es bestehe die Möglichkeit zukünftigen Technologiewachstums. Das um 10 Prozent höhere Schwenkmoment gestattet ein effizienteres Arbeiten an Hängen und auf Baustellen und mit dem Antriebssystem, das eine um 14 Prozent höhere Zugkraft biete, lasse sich der Bagger selbst bei schwierigsten Bodenbedingungen und Steigungen leicht navigieren. Im 315 ist ein Cat-Motor C3.6 verbaut, der die strengen Emissionsnormen der EU-Stufe V erfüllt, sodass er flexibel auf vielen Märkten weltweit eingesetzt werden kann. Im Smart-Modusbetrieb werden die Motor- und die Hydraulikleistung automatisch an die Grabbedingungen angepasst, um bei weniger anspruchsvollen Arbeiten Kraftstoff zu sparen. Der Motor ist so konstruiert, dass er in einem Umgebungstemperaturbereich von 52 Grad Celsius (125 °F) ohne Drosselung bis –25 Grad Celsius (–13 °F) (Kaltstartfähigkeit) betrieben werden kann.

Zu den neuen verbauten Standardtechnologien, gehört auch das System Cat Grade mit 2D, das auf Grade mit Advanced 2D oder Grade mit 3D aufrüstbar ist. Grade mit 2D steuert automatisch die Grabtiefe, Neigung und den horizontalen Abstand, sodass das gewünschte Planum schnell und präzise erreicht wird. Zudem spart es Zeit und Geld auf der Baustelle, da bis zu vier verschiedene Tiefen- und Neigungssollwerte konfiguriert werden können.

Das neue 2D e-Fence erhöht die Sicherheit in engen Bereichen, indem es die Arbeitsausrüstung innerhalb eines vordefinierten Arbeitsbereiches hält. Dies dient der Gefahrenvermeidung auf der Baustelle und dem standardmäßigen Fahrerkabinen-Kollisionsschutz. Das serienmäßige Cat Payload hilft den Fahrern beim Erzielen präziser Lastziele und Steigern der Effizienz durch die Möglichkeit zum Wiegen während der Arbeit und der Bereitstellung von Schätzwerten in Echtzeit ohne Schwankungen.

Auch bei den Baggern der Kompaktklasse ist die neue Kabine verbaut. Die neuen Fahrerkabinenoptionen Deluxe und Premium für den Bagger 315 verfügen über einen größeren Zehn-Zoll-Touchscreenmonitor (254 Millimeter) mit

hoher Auflösung, um eine einfache Bedienung zu ermöglichen, während die "Comfort"-Kabine mit einem Acht-Zoll-Touchscreen ausgestattet ist. Die Joystick-Bedienelemente sind ergonomisch angeordnet, um die Fahrerermüdung zu verringern. Gleichzeitig können die Joystick-Einstellungen und der Leistungsmodus schnell über eine spezifische Benutzer-ID am Monitor eingestellt werden. Die standardmäßig eingebaute Rückfahr- und rechte Seitenkamera verbesserten die Sicht auf den Arbeitsbereich weiter, so Caterpillar. Das 360-Grad-Kamerasystem zeigt Objekte im gesamten Bereich des Baggers in einer einzigen Ansicht an. Die bessere Schalldämpfung in der Kabine sorgt dank niedrigerer Innenschallpegel für mehr Komfort. Um an kalten Morgen schneller starten zu können, liefert das HLK-System eine um 33 Prozent bessere Entfrosterleistung.

Zum Abschluss sprach Williams über Änderungen an der Bauweise des 315, die Wartungskosten um bis zu 25 Prozent im Vergleich zum 315F L senken könnten. Wechselintervalle für die Kraftstofffilter lägen bei 500 Betriebsstunden und der neue Hydraulikölfilter habe eine bessere Wirkung, was die Wechselintervalle um 50 Prozent auf 3000 Betriebsstunden verlängere.

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