Neue Trends bei Baggern und Ladern

Die verbesserte Kinematik ermöglicht mit langem Stiel nun das Graben bis zum Schild.Foto: Caterpillar/Zeppelin

Auch wenn Maschinen, Geräte und Neuheiten in diesem Jahr auf der GaLaBau in Nürnberg nicht physisch bestaunt und geprüft werden können, so lohnt sich doch ein Blick auf die Neuentwicklungen der Baumaschinenhersteller. Die Richtung geht hin zu mehr Umweltschonung, Sicherheit und Flexibilität.

Erst für 2022, in zwei Jahren und im gewohnten Turnus also, ist die Messe wieder im bekannten Stil geplant. Die Entscheidung hat die Nürnberg Messe auf Basis von umfassenden Feedback von Kundenseite und Ausstellern sowie in Abstimmung mit dem Bundesverband Garten-, Landschafts-und Sportplatzbau (BGL) getroffen. Als Erlebnismesse lebt die GaLaBau vor allem von Live-Demonstrationen, Wettbewerben und der Möglichkeit, Maschinen, Geräte und Materialien anzufassen und vor Ort zu testen. Das ist, solange die Corona-Krise anhält, nicht denkbar. Die Messeplaner wollten die Messe zwar nicht komplett fallen lassen und arbeiteten an einem Alternativkonzept, Veranstaltungen des Rahmenprogramms, wie Fachforen oder auch Produktpräsentationen, vor Ort auf dem Außengelände abzuhalten und virtuell zu präsentieren. Dieser Plan wurde aber bald verworfen.

Minibagger mit verbesserter Kinematik

Caterpillar bringt eine ganze Reihe an Neuheiten bei Baggern und Radladern auf den Markt. Eine neue Generation an Minibaggern - Cat 301.5 bis 302 CR - sind mit einem Stufe-V-Motor Cat C1.1 ausgerüstet, was eine Abgasnachbehandlung hinfällig macht. Der Hubzylinder ist nun zum besseren Schutz oben am Ausleger montiert und das Abstützplanierschild mit Schwimmfunktion wurde verlängert. Die verbesserte Kinematik ermöglicht mit langem Stiel nun das Graben bis zum Schild.

Die Minibagger sind mit Schutzdach oder Vollkabine einsetzbar. Die Kabine ist für die Wartung kippbar, leicht zugänglich und bietet viel Platz für diese Maschinengröße; optional ist sie mit einer Klimaanlage ausgestattet, was bei dieser Größe bisher nicht üblich ist. Über einen LCD-Monitor können bequem Arbeitshydraulik, Wegfahrsperre, aber auch Radio, Heizung, Lüftung und Klimaanlage eingestellt werden. Der Unterwagen ist mit einer hydraulisch verstellbaren Spurweite ausgerüstet und kann wahlweise auch mit Stahlketten ausgestattet werden.

Ganz neu in dieser Klasse ist die Joystick-Lenkung, mit der das Abstützplanierschild gesteuert werden kann. Die Motorleistung reicht bei den zwischen 985 kg und 2670 kg schweren Minibaggern von 13,7 kW bis 17,9 kW, die Grabtiefe liegt zwischen 1,7 und 2,7 m. Ein Zugeständnis an die Umwelt: Die beiden Minibagger Cat 300.9D VPS und 302.7D CR der Reihe arbeiten wahlweise mit Diesel- oder Elektroantrieb. Damit sind sie für innerstädtische Baustellen besonders gut einsetzbar. Im Elektromodus treibt ein Elektromotor mit Kabelversorgung eine separate Hydraulikpumpe an, die die Maschinenhydraulik mit dem erforderlichen Ölstrom versorgt.

In der Gewichtsklasse zwischen 6 und 10 t stellt Caterpillar im Herbst die neuen Kurzheck-Minibagger 306 bis 310 vor. Das Kurzheck macht sie zu wendigen Maschinen in engen Baustellenbereichen und eine vorgesteuerte Hydraulik mit direkt in den Joysticks integrierten proportionalen Schiebereglern für die Anbaugeräte erlaubt kraftvolles und zugleich feinfühliges Arbeiten.

Verbrauchsarme Cat-Motoren profitieren von einer optimierten Verbrennung, aktueller Katalysatortechnik und Dieselpartikelfilter (DPF) erfüllen Stufe V. Auch hier steuert der Maschinenfahrer über den LCD-Monitor alle Funktionen und der Unterwagen kann mit Stahlketten oder Stahlketten mit Gummipads bestückt werden. Mit einer Motorleistung zwischen 43,2 kW und 55,4 rkW erreichen die Bagger Grabtiefen zwischen 4,1 m und 5,2 m und Reichweiten zwischen 6,5 m und 7,6 m.

Das Ballastgewicht wurde bei den neuen Mobilbaggern erhöht, um höhere Traglasten von rund 100 kg bei maximaler Ausladung zu ermöglichen und die Standsicherheit zu erhöhen.Foto: Liebherr

Mobilbagger mit geringem Heckschwenkradius

Neue Kompakt-Mobilbagger in der Abgasstufe V stellt im Herbst Liebherr vor. Im Zuge der Umstellung auf die neue Abgasstufe V wurden zahlreiche Verbesserungen bei den zwei Kompakt-Mobilbaggern durchgeführt. Besonders für beengte Baustellen in städtischen Parkanlagen oder Wegebau sind die beiden Mobilbagger A 910 und A 912 Compact Litronic geeignet, mit Einsatzgewichten von 12 100 - 13 100 kg und einer Motorleistung von 85 kW/116 PS.

Der 4-Zylinder-Reihenmotor schont Umwelt und Ressourcen durch einen geringen Kraftstoffverbrauch dank der eigenen Liebherr-Power-Efficiency, die für einen optimalen Wirkungsgrad der Antriebskomponenten in jeder Arbeitssituation sorgt. Dies ermöglicht einen Maschinenbetrieb mit niedrigem Kraftstoffverbrauch bei gleicher Leistung. Zur Einhaltung der gesetzlichen Emissionsvorschriften der Abgasstufe V setzt Liebherr neueste Motorentechnologie ein: Das innovative Abgasreinigungssystem kombiniert einen Dieseloxidationskatalysator und einen Dieselpartikelfilter mit einem SCR-Katalysator zur Reduktion der Partikel und der Stickoxide für einen bestmöglichen Schutz von Mensch und Umwelt gegen Abgasschadstoffe.

Das Ballastgewicht wurde bei den neuen Mobilbaggern erhöht, um höhere Traglasten von rund 100 kg bei maximaler Ausladung zu ermöglichen und die Standsicherheit zu erhöhen. Dies gewähren zudem unterschiedliche Abstützungsvarianten. Das stabil und radial geführte Abstützplanierschild bietet gerade bei weichen und sandigen Böden durch die große Auflagefläche eine hohe Stabilität. Bei festem Untergrund sorgt hingegen die Pratzenabstützung für bestmögliche Standsicherheit, was sich im Garten- und Landschaftsbau bewährt.

Die neuen Mobilbagger sind dank ihres geringen Heckschwenkradius besonders in engen Baustellenarealen geeignet. So liegt der Heckschwenkradius bei den beiden Compact-Mobilbaggern bei lediglich 1675 mm. Zusätzlich wurde der Frontschwenkradius um weitere 70 mm verringert, so dass der gesamte Hüllkreis bei beiden Maschinen unter 5000 mm liegt. Optional bieten Allradlenkung sowie Hundegang zusätzliche Wendigkeit der Maschine.

Emissionsfreie Alternativen für die grüne Branche

Ein Unternehmen, das in großen Schritten in die emissionsfreie Zukunft geht, ist Wacker Neuson. Im Herbst präsentieren die Münchner natürlich auch wieder Neuheiten und bereits bewährte Maschinen mit Elektroantrieb. Darunter ist unter anderem der elektrische Zero Tail Bagger EZ17e zu erwähnen, der vollkommen ohne Abgasemissionen und nahezu geräuschlos arbeitet. Dabei kann die Maschine entweder kabellos eingesetzt oder während stationärer Tätigkeiten auch im Betrieb geladen werden. Der Akku wird über eine normale Haushaltssteckdose (110-230 V) sowie über Starkstrom aufgeladen. Die Lithium-Ionen-Batterie ist so stark und auf so viel Kapazität ausgerichtet, dass alle hydraulischen Funktionen der Leistung eines konventionellen Modells der gleichen Klasse entsprechen.

Neu sind die beiden Kettenbagger in der 4- bis 5-Tonnen-Klasse: der Zero Tail Bagger EZ50 ohne Hecküberstand und der ET42. Beide Maschinen sind kompakt gebaut, dank dessen sie in engen Baustellen einsetzbar sind. Wirtschaftlichkeit erreicht die Maschine laut Hersteller durch ein hohes Maß an Flexibilität in Kombination mit hoher Leistungsstärke. Alle Funktionen sind per Joystick und Jog-Dial intuitiv zu bedienen, so dass auch ungeübte Fahrer mit dem Bagger arbeiten können.

Der elektrisch betriebene Zero Tail Bagger arbeitet ohne Abgasemissionen und nahezu geräuschlos.Foto: Wacker Neuson

Radlader mit Kriechgangsteuerung

Arbeiten mit hohen Anforderungen an Ausbrechkraft und Abkipphöhe unterstützen die Cat-Radlader 906M bis 908M. Sie sind jetzt auch entsprechend der Abgasregelungen mit Motoren der Abgasstufe V ausgerüstet. Kompakt und dennoch leistungsstark verfügen sie über hydrostatischem Antrieb mit zuschaltbaren Differentialsperren, Knickpendelgelenk und kräftiger Z-Ladekinematik. Die umweltfreundlichen Stufe-V-Motoren sorgen über Partikelfilter, Eco-Modus und drehzahlgeregeltem Lüfter für einen geringeren Kraftstoffverbrauch.

Als Straßenversion mit 35 km/h haben die Lader neben der hydraulischen Schwingungsdämpfung eine elektronisch geregelte Kriechgangsteuerung. So kann der Fahrer das Ansprechverhalten des hydrostatischen Fahrantriebs in Stufen je nach Wunsch justieren. Eine in vier Stufen regelbare Felgenzugkraft reduziert den Reifenverschleiß. Mit reduzierter Bauhöhe (2,46 m) ermöglicht der 906M auch Einsätze in niedrigen Durchfahrten. Die drei 75 PS-Maschinen schaffen Kipplasten bis zu 3770 kg bei Ausbrechkräften von 52 beziehungsweise 61 kN.

Radlader mit neuem Rahmenkonzept

Von Kramer kommen ebenfalls neue beziehungsweise überarbeitete Lader auf den Markt: die allradgelenkten Radlader 5035 und 5040. Sie sind insbesondere im Verhältnis von Leistung, kompakten Maßen und geringem Eigengewicht optimierte Maschinen, mit Motoren der Abgasstufe V ausgestattet. Bereits bekannt ist der 5035, mit einer Leistung von 18,5 kW 25,2 PS sowie einer Schaufelkipplast von 1140 kg und 1920 kg Betriebsgewicht. Neu ist der Lader 5040, der mit einem 28,5 kW/38,8 PS-Yanmar Motor ausgestattet ist. Mit einem leicht höheren Betriebsgewicht von 2 t schafft er Schaufelkipplasten bis zu 1400 kg. Mit den kompakten Maßen sind niedrige Durchfahrtshöhen und enge Passagen kein Problem. Auch die geringe Breite von 1,26 m unterstützt dies. Durch das geringe Eigengewicht lassen sie sich auch noch auf Pkw-Anhänger von Baustelle zu Baustelle transportieren.

Ein neues Rahmenkonzept macht die Lader wendiger bei gleichbleibender Standsicherheit. Drei Lenkarten, Allradlenkung in Serie sowie die optionalen Vorderachs- und Hundeganglenkung, sind erstmals für diese Größenklasse verfügbar. Besonders die Arbeiten entlang von Gräben, Mauern oder Hecken erleichtert die Hundeganglenkung, da sie nicht nur das optimale Erreichen der Hindernisse erlaubt, sondern parallel auch den gleichbleibenden Arbeitsabstand hält und somit für ein geringeres Beschädigungsrisiko sorgt. Durch eine mechanische Umschaltung kann der Fahrer einfach und schnell zwischen den drei Lenkarten wechseln. Das neue Kabinendesign gestattet ein Mehr an Komfort und Bedienfreundlichkeit, der breite Einstieg mit zusätzlicher Trittstufe sorgt für ein komfortables und sicheres Ein- und Aussteigen. Große Glasflächen mit neu gestalteten Sichtkanälen sorgen für eine bestmögliche Sicht auf das Anbaugerät und Rundumsicht.

Ein neues Rahmenkonzept macht den neuen Kramer-Lader wendiger bei gleichbleibender Standsicherheit.Foto: Kramer

Der neue Radlader 5040 verfügt optional über das neue System Smart Driving PRO. Dieses erlaubt drei verschiedene Fahrmodi, die die Maschine entlasten und kraftstoffsparend sind. Im Power Modus steht die volle Motorleistung zur Verfügung, für schnelle Ladezyklen oder für Arbeiten im Haufwerk. Im Eco Modus arbeitet der Lader bei gleicher Fahrgeschwindigkeit mit einer reduzierten Motordrehzahl.

Der dritte Fahrmodus ist eine Weiterentwicklung der bekannten "Langsamfahreinrichtung". Mit ihr kann die Vorfahrtsgeschwindigkeit, bei einer frei einstellbaren Motordrehzahl, nicht nur über den Handregler gesteuert sondern zusätzlich auch bequem und feinfühlig mit dem Fahrpedal vorgegeben werden. Dieser Fahrmodus eignet sich besonders im Einsatz mit Anbaugeräten wie einem Mulcher. Die Ladeanlage mit Z-Kinematik gestattet große Hub- und Reißkräfte sowie eine exakte Parallelführung über die gesamte Höhe hinweg. Der Radlader 5040 verfügt zusätzlich über eine optionale Powerflow Zusatzhydraulik, die den kompakten Radlader zum Allrounder machen - egal ob mit einer Schneefräse, einem Mulchgerät, einem Plattenverdichter oder auch einem Bodenbearbeitungsgerät.

Kompakt- und Deltalader mit verbesserter Standsicherheit

Kurz erwähnt seien noch die bereits vorgestellten neuen Caterpillar Kompakt- und Deltalader der Serie D3. Bei den neuen Ladern wurden Bedienbarkeit, Standsicherheit und Technologie verbessert. Zudem bieten sie mehr Flexibilität beim Einsatz von Anbaugeräten. Zur neuen Reihe zählen drei Cat Kompaktlader mit 2,7 bis 3,2 t Einsatzgewicht und sechs CatDeltalader auf Kettenlaufwerk mit 3,7 bis 5,3 t Einsatzgewicht. Mehr Komfort in der Kabine wurde durch den vergrößerten Öffnungswinkel der Kabinentür erreicht. Die Kabine wurde abgedichtet, durch die Druckbelüftung bietet sie mehr Komfort und mehr Schutz gegen Staub und Lärm. Das bodenschonende Gummiketten-Laufwerk erlaubt eine verbesserte Standsicherheit beim Umschlagen schwerer Lasten, bei Planierarbeiten und beim Lkw-Beladen. Systematische Modifikationen an Laufwerksrahmen und Drehstabfederung haben die Nick- und Wankbewegungen der Maschine vermindert, ohne die exzellenten Fahreigenschaften zu beeinträchtigen.

Der neue Cat-Deltalader eignet sich für vor allem für Anbaugeräte mit sehr hohem Leistungsbedarf.Foto: Caterpillar/Zeppelin

Alle neuen Deltalader der Serie D3 sind mit zweistufigem Fahrantrieb ausgerüstet. Die Maschinen erzeugen hohe Drehmomente, die insbesondere beim Schaufelfüllen nützlich sind, und erreichen Fahrgeschwindigkeiten, die den Materialtransport merklich beschleunigen. Mit einem Höchsttempo von rund 1 km/h übertreffen der 279D3 und 289D3 die frühere D-Serie um 20 Prozent an Geschwindigkeit. Automatikfunktionen wie Schaufelrückführung und Anbaugerätepositionierung entlasten den Fahrer bei ständig wiederkehrenden Planier-, Grab- und Ladearbeiten erheblich. In Verbindung mit dem Parallelhub ist hier ein Gesamtausrüstungspaket entstanden, von dem sowohl weniger geübte als auch routinierte Fahrer beträchtlich profitieren können. Mit der Kriechgangsteuerung kann der Fahrer Geschwindigkeit und Anbaugeräteleistung unabhängig voneinander dosieren.

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