Autobahnbrücke Würzburg Heidingsfeld

Sprengung erfolgreich verlaufen

Insgesamt wurden 200 nichtelektrische Zünder, 40 elektronische Zünder und 186 m Sprengschnur 100/40 verwendet. Die Sprengung verlief planmäßig und ohne Schäden.Foto: Max Wild

Würzburg (ABZ). – Der verantwortliche Sprengberechtigte Reisch Eduard der Firma Reisch Sprengtechnik GmbH steht am Funkauslösesystem, er blickt noch einmal in die Runde und prüft ob alles in Ordnung ist, danach zählt er von zehn auf null und drückt den Auslöseknopf. Nach kurzer Verzögerung detonieren die ersten Sprengladungen an den Pfeilerpaaren 7, 7a und 8. Nach einigen Sekunden bewegen sich die Pfeilerpaare. Die Pfeilerpaare 7 und 7a falten in sich zusammen und der obere Teil des Pfeilerpaares 7 fällt auf den bereits am Boden liegenden Überbau. Das Pfeilerpaar 8 fällt talwärts ebenfalls auf den bereits am Boden liegenden Überbau.

Dies war in der Planung so vorgegeben um die Erschütterungen durch die Massen so gering wie möglich zu halten. Um dies so präzise durchzuführen bedarf es einer besonderen Planung und Vorbereitung. Die statische Planung erfolgte durch Dr. Rainer Melzer.

Das Abbruchunternehmen Max Wild GmbH stellte alle vorbereiteten Maßnahmen wie zum Beispiel Stellplätze für Hebebühne, Bohrgeräte und den mobilen Autokran, sowie das Fallbett aus lockerem Material her. Die Schwächung der Pfeiler durfte erst wenige Tage vor der Sprengung ausgeführt werden um ein vorzeitiges Einstürzen der Pfeiler bei Windlast zu verhindern. Die Pfeiler wurden auf zwei Ebenen gesprengt und somit gefaltet. Diese Sprengfaltung wendet man aus Platz- und erschütterungstechnischen Gründen an. Im Vorfeld der Sprengung wurde aufgrund der Gefährdungsanalyse und der sehr nahen Bebauung (23 m) festgelegt, dass die Erschütterungen so gering wie möglich zu halten sind um Schäden an der neuen Brücke und den Wohnhäusern auszuschließen.

Drei Wochen vor dem geplanten Sprengtermin wurde mit den Sprenglochbohrungen begonnen. Es wurden Kernbohrungen, sowie Bohrungen mit Handbohrgerät und mit pneumatischem Stützenbohrgerät durchgeführt. Insgesamt wurden 200 Bohrungen, im Durchmesser von 32 bis 36 mm, zur Einbringung der Sprengladungen ausgeführt. Im Durchschnitt befanden sich je Sprengmaul/Pfeiler in etwa 14 Bohrungen, die mit Sprengschnur 100/40 geladen wurden.

Durch die exakte Planung und Ausführung der vorgegebenen Bohrlochlängen konnten die Sprengschnüre im Vorfeld vorbereitet werden. Hierdurch konnten die Sprengstoffladezeiten an den Pfeilern deutlich reduziert werden. Die Initiierung der Sprengschnüre im Bohrloch wurde durch ein nichtelektrisches Zündsystem ausgeführt. Dieses wurde wiederum durch einen Bündelzünder, bestehend aus einer Sprengschnur 12 g/m und elektronischen Zünder initiiert.

Die Zündanlage wurde durch die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, Gerd Vogel und Martin Hopfe abgenommen.

Vier Tage vor der geplanten Sprengung wurde mit den Ladearbeiten begonnen. Vor Beginn der Arbeiten wurden alle Sprengberechtigten in den Lade- und Zündplan eingewiesen, sowie eine Kontrolle der gültigen Befähigungsscheine durchgeführt. Die Arbeiten wurden durch drei verschiedene Teams erledigt. Die eingeteilten verantwortlichen Sprengberechtigten konnten nun an der zentralen Ausgabe die gemäß ihrer Arbeitsunterlagen benötigten Sprengmittel empfangen und mit den Ladearbeiten beginnen. Team 1 führte alle Ladearbeiten in 21 m Höhe, unter Zuhilfenahme einer Hebebühne, durch. Team 2 führte die Ladearbeiten am Boden durch. Team 3 begann parallel dazu mit den sehr aufwendigen Schutzmaßnahmen an den zu sprengenden Brückenpfeilern, sowie der anstehenden Bebauung.

Während der Ladearbeiten wurde an zwei benachbarten Gebäuden ein Splitter- und Staubschutz angebracht. Beide Gebäude wurden vom Dach bis zum Boden mit Geotextil (400 g/m²) abgedeckt. Zusätzlich wurde vor den Gebäuden eine Schutzwand mit Containern und einer Wand aus Bauzaun mit Geotextil errichtet.

Alle zehn Sprengmäuler wurden mit Matten in Sandwichbauweise Geotextil-Maschendrahtzaun-Geotextil und schweren Sprengschutzmatten ringsherum abgedeckt. Um eine lückenlose Abdeckung zu erreichen musste ein Höhenkletterer sich am Seil abseilen und die Abdeckung untereinander verbinden. Zeitgleich wurde die elektronische Zündanlage E*Star, der Firma Austin Powder, angebracht. Dadurch war gewährleistet dass die Zündanlage ständig überwacht und vor Beschädigung geschützt war.

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