Alte und neue Methoden für den Diebstahlschutz

Wie können Firmen ihren Maschinenpark schützen?

Diebstahlschutz: Dazu gehören Warnanlagen oder Wegfahr sperren, aber auch verschiedene elektronische Schlüssel, die Ortung mittels GPS oder künstliche DNA. Grafik: Caterpillar/Zeppelin Baumaschinen

Kaum ein Tag oder eine Nacht vergeht, an dem sie nicht zuschlagen: Diebesbanden, die Baumaschinen von Baustellen entwenden, wodurch millionenschwere Schäden entstehen. Viele dieser Delikte können nicht aufgeklärt werden. Doch es gibt eine Anzahl von Maßnahmen, die den Straftätern das Leben schwermachen.

Wer tagsüber bemerkt, dass Personen auf der Baustelle herumschleichen, die dort nichts zu suchen haben, bei dem sollten die Alarmglocken schrillen: Vielleicht wird gerade ausgekundschaftet, welche Geräte eine lukrative Diebesbeute wären? Mitarbeiter sollten aufmerksam verfolgen, wer auf der Baustelle ist - Unbefugte haben dort schon wegen der Verkehrssicherungspflicht nichts zu suchen. Ein blickdichter Bauzaun, Alarmanlagen, Überwachungskameras oder ein Hinweisschild mit der Botschaft "Diese Baustelle wird videoüberwacht", schrecken viele Diebe ab.

Um Equipment auf der Baustelle zu sichern, kann es an einen Kran gehängt und außer Reichweite gebracht werden. Foto: strubel, Adobe Stock

Diebstahlwarnanlagen oder Wegfahrsperren lohnen sich

Baumaschinen nur so viel betanken, wie tagsüber an Sprit verbraucht wird, oder sie mit dem Aufkleber "Biodiesel" tarnen, sind gut gemeinte Ratschläge, die aber nicht verhindern, dass Diebe sich gewaltsamen Zutritt verschaffen. Unternehmen sollten es Langfingern trotzdem so schwer wie möglich machen. So können zusätzliche Schlösser angebracht, das Equipment abgesperrt, verschlossen, festgezurrt, an einen Kran gehängt und außer Reichweite gebracht werden. Mitarbeitern sollten geschult werden, Geräte nicht herumliegen zu lassen, sondern zum Feierabend zu sichern.

Investitionen in Diebstahlwarnanlagen oder Wegfahrsperren lohnen sich. Abhilfe schaffen können auch verschiedene elektronische Schlüssel und Sicherheitssysteme, wie die Smartphone App "my Equipment", die es für Cat Baumaschinen gibt.

Dank Smartphone und Bluetooth-Übertragungstechnik können sich Fahrer eindeutig ausweisen und ihr Arbeitsgerät starten. Eine in der Elektronik hinterlegte Bluetooth-ID gibt den Motorstart frei, schlüssellos und digital. Das schützt vor unbefugtem Zugriff und protokolliert die Nutzung der Maschine durch den Fahrer.

Elektronischer Schlüssel und Ortung per GPS

Der Zugriff auf den Motorstart kann aber auch mit einem elektronischen Schlüssel erfolgen: Das Freigabesignal wird entweder über die Bluetooth-ID oder RFID gesandt. Eine andere Option, die Caterpillar für seine neuen Baumaschinen bietet, ist die Abfrage eines vierstelligen PIN-Codes (Personal Identifiction Number). Er ist individuell wählbar und muss beim Starten der Maschine im Display, in der Kabine eingegeben werden. So erhalten nur autorisierte Personen Zugang und Fuhrpark-Verantwortliche können die Zugriffe auf eine Maschine verwalten. Die falsche Eingabe des PIN-Codes löst schließlich eine Wegfahrsperre aus.

Dank des kodierten Motorstarts und Flottenmanagements kann sichergestellt werden, wer fahren darf und nachvollziehen, wer tatsächlich gefahren ist. Die Ortung mittels GPS hat oft geholfen, gestohlene Baumaschinen aufzuspüren. Ein GaLaBau-Betrieb aus Niedersachsen, kam ein neuer Cat Minibagger abhanden.

"Die Maschine hatte gerade einmal 34 Betriebsstunden auf der Uhr und war verschwunden. Deswegen wurden wir eingeschaltet. Wir haben bei der Maschine aus der Ferne die Cat Telematik-Box Product Link (PL243) mit Rapid Reporting aktiviert. Daraufhin hat der Bagger alle zehn Minuten seine GPS-Position gesendet. Er konnte dann lokalisiert und von der polnischen Polizei bei Breslau sichergestellt werden", berichtet Bernhard Tabert, bei Zeppelin zuständig für das Flottenmanagement.


PIN-Code identifiziert Baumaschinen eindeutig

Mithilfe ihres 17-stelligen PIN-Codes konnte die Baumaschine eindeutig identifiziert werden. Mittels der Flottenmanagementlösung Vision Link können die GPS-Position, die Bewegung und der Betriebszustand der Baumaschinen rund um die Uhr überwacht werden. Die Datenübertragung erfolgt via Mobilfunk selbst dann, wenn eine Baumaschine über 500 km bewegt wird und im benachbarten Ausland auftaucht. Caterpillar nutzt dazu den sogenannten Multi-Carrier-Dienst der Mobilfunkanbieter. Die Telematik-Box greift auf alle Mobilfunknetze zurück, die zur Verfügung stehen.

Mittels Mausklick lässt sich außerdem online grafisch das Umfeld der Baumaschine festlegen. Dazu wird im Rahmen von Geofencing auf dem Bildschirm ein virtueller Zaun um den Einsatzort der Maschine gezogen. Auch das Bestimmen zulässiger Einsatzzeiträume, also zum Beispiel nicht nachts oder nicht am Wochenende, ist sehr einfach möglich. Damit wird festgelegt, wann und in welchem Raum sich die Baumaschine bewegen darf. Wird der Motor unerlaubterweise gestartet und verlässt die Maschine wegen eines Diebstahls diesen Bereich oder wird sie am Wochenende für Schwarzarbeit zweckentfremdet, schlägt Vision Link automatisch Alarm. Der kann per E-Mail oder SMS zum Smartphone, Tablet, PC oder Laptop, ins Büro oder nach Hause, an eine oder mehrere Adressen oder an eine oder mehrere Personen geschickt werden. Der Alarm enthält einen Link zu Google Maps und zeigt den Standort der entwendeten Maschine an. Sogar die Route, die eine gestohlene Maschine zurücklegt, lässt sich anzeigen. Mit zusätzlichen Sensoren und Kontakten lässt sich auch überwachen, ob eine Fahrertür, die Motorhaube oder der Tankdeckel geöffnet werden. Auch damit kann ein Alarm ausgelöst werden.

Künstliche DNA mit Kunststoffplättchen

Wem trotz all der Vorsichtsmaßnahmen eine Baumaschine abhandenkam, sollte umgehend die Polizei und Versicherung davon in Kenntnis setzen. Dann sollten nötige Unterlagen wie Eigentumsnachweise oder Geräteunterlagen sowie Dokumentationen etwa in Form von Maschinen-, Geräte-, Fahrzeugbeschreibungen und Fotodokumentationen zur Unterstützung der Ermittlungsarbeit bei der Wiederbeschaffung und Identifizierung bereitgehalten werden. Die Polizei Sachsen hat etwa unter https://www.polizei.sachsen.de/de/dokumente/Landesportal/ChecklisteXI.pdfwww.polizei.sachsen.de/de/dokumente/Landesportal/ChecklisteXI.pdf einen Maschinenpass hinterlegt, um das Auffinden der gestohlenen Ware zu erleichtern. Der bringt allerdings nur etwas, wenn er im Vorfeld ausgefüllt wurde und möglichst detaillierte Angaben enthält wie zu Hersteller, Modell, Baujahr, Zulassungsland, Preis, 17-stellige Fahrzeugidentifizierungsnummer PIN beziehungsweise Seriennummer, Kennzeichen (falls vorhanden), Motornummer (falls vorhanden), Getriebenummer (falls vorhanden) und Farbe.

Inzwischen kommt bei der Bekämpfung von Eigentumskriminalität auch künstliche DNA, eine synthetisch hergestellte Flüssigkeit, zum Einsatz. Es handelt sich um eine Markierungsflüssigkeit, die - ähnlich einem Lack - auf Wertsachen aufgebracht wird. Sie enthält einen DANN-Code, der nur einem Anwender eindeutig zugeordnet werden kann. Zusätzlich zum DNA-Code ist diese Flüssigkeit mit etlichen mikroskopisch kleinen Kunststoffplättchen versehen. Auf diesen Mikropartikeln ist, analog zur Flüssigkeit, der einmalige Zifferncode eingraviert. Nur mit der Hilfe eines Mikroskops kann er gelesen werden. Damit ist eine Zuordnung des markierten Gegenstandes zum rechtmäßigen Eigentümer möglich. Auskunft gibt eine Datenbank, auf die dann der Eigentümer und die Polizei Zugriff haben.

cm/Zeppelin Baumaschinen

Ausgewählte Unternehmen

Die Anbieterprofile sind ein Angebot von llvz.de