Algorithmus berechnet Bedarf

Mehr als 10000 Fahrzeuge werden länderübergreifend flexibel gewartet

Joachim Hepfer ist Leiter "Parts und Serviceverträge" bei Scania Deutschland Österreich.Fotos: Scania

Koblenz (ABZ). – Mit flexiblen Wartungsplänen ist Scania einen Schritt in Richtung digitaler Werkstattservice gegangen. "Die Wartung mit flexiblen Plänen ist eine Alternative zur konventionellen Wartung", erklärt Joachim Hepfer, Leiter "Parts und Serviceverträge", Scania Deutschland Österreich. Während die konventionelle Wartung von festen Wartungsintervallen ausgehe, die sich in der Regel aus der Laufleistung des Fahrzeugs ergeben würden, sei die Wartung mit flexiblen Plänen auf den tatsächlichen Wartungsbedarf eines Fahrzeugs zugeschnitten. Denn jeder Lkw werde unter anderen Bedingungen eingesetzt. Ein Fahrzeug, das im Fernverkehr zum Einsatz komme, habe einen anderen Bedarf an Wartung als ein Fahrzeug, das auf der Baustelle oder im Holztransport im Einsatz sei. Auch unterschiedliche klimatische Bedingungen, Nutzlasten und Topographien würden eine Rolle spielen.

Das Scania-Wartungsprogramm arbeitet mit einem speziellen Algorithmus, der von der Scania-Forschungs- und Entwicklungsabteilung entwickelt wurde. Er berechnet für jedes Fahrzeug den Wartungsbedarf. Grundlage dafür sind mehr als 360 000 vernetzte Scania-Lkw, die regelmäßig ihre Betriebsdaten über das Scania-Telematiksystem an die Zentrale in Södertälje übermitteln: Daten wie Laufleistung, Geschwindigkeit, Öl- und Motortemperatur, Kraftstoffverbrauch, Motorleerlauf und Gangwahl. "Das System funktioniert letztlich auf der Grundlage von Big Data", so Hepfer.

In Deutschland und Österreich werden fast 10 500 Fahrzeuge nach flexiblen Plänen gewartet.

Es gebe rund 30 Module, für die das System auf der Grundlage der Daten jeweils eine Wartungsentscheidung treffen müsse. Dabei entstehe ein individueller Wartungsplan, der für jede Komponente und für jedes Bauteil einen in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht optimalen Betrieb ermögliche. "Das kann zum Beispiel bedeuten, dass das Programm die Ventileinstellung auf einen späteren Termin verschiebt und eine Wartung für einen Luftfilter vorzieht, weil beim nächsten Wartungstermin das Bauteil nicht mehr im optimalen Arbeitsbereich arbeiten würde."

Spediteure und Transportunternehmer können laut Unternehmen im Scania-Fleet-Management-Portal jederzeit den Wartungsstatus ihrer Fahrzeuge abrufen. Die Fahrer erhalten eine Nachricht auf ihrem Fahrzeugdisplay über die verbleibende Laufleistung ihres Lkw bis zur anstehenden Wartung. Die Scania-Werkstatt wiederum erhält mit einem Vorlauf von rund vier Wochen eine exakte Aufstellung der anstehenden Wartungsarbeiten. Der Kundenbetreuer der Werkstatt rufe dann beim Disponenten oder Fuhrparkleiter an, informiere über Aufwand und Dauer der Wartung und vereinbare einen Termin für die Arbeiten.

"Wir möchten eine lange Betriebsdauer des Fahrzeugs sicherstellen, lange Wartungsintervalle und ein Minimum an Werkstattaufenthalten", so Hepfer. "Im Mittelpunkt steht hier der Nutzen unserer Kunden, die nur dann ihr Geld verdienen, wenn ihr Fahrzeug auf der Straße ist."

In der Transportbranche komme das Modell gut an. In Deutschland und Österreich würden bereits fast 10 500 Fahrzeuge nach flexiblen Plänen gewartet.

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